Dekarbonisierung
Klimaschutz ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Bis 2045 wollen wir in unserem Geschäftsbetrieb „Netto-Null“-Emissionen erreichen. Ab diesem Zeitpunkt soll es entlang unserer Wertschöpfungskette keine Aktivitäten mit negativen Klimaauswirkungen mehr geben. Deshalb haben wir mittel- und langfristige Reduktionsziele festgelegt, die erfolgreich von der Science Based Targets initiative (SBTi)
validiert wurden. Im Rahmen unserer Dekarbonisierungsstrategie lag während des Berichtsjahres ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Verbesserung der Verfügbarkeit und Qualität von produktspezifischen Emissionsdaten (Product Carbon Footprint, PCF).
| Ambitionen | Meilensteine | Zieljahr | Status |
|---|---|---|---|
| Wir werden bis 2045 „Netto-Null“- Emissionen erreichen. | Scope-1-Emissionen und Scope-2-Emissionen um –46,2 % reduziert1) | 2029/30 | |
| Scope-3-Emissionen um –46,2 % reduziert2) | 2029/30 | ||
| SBTi Ziele revalidiert | 2025/26 | ||
| Anzahl installierter und an das Energiedatenmanagementsystem angeschlossener Energiezähler erhöht | 2027/28 |
1) Im Vergleich zum Basisjahr 2018/19
2) Im Vergleich zum Basisjahr 2018/19. Zielsetzung für Scope-3-Kategorie „Zugekaufte Waren und Dienstleistungen“
Unsere Klimaziele
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Scope‑1‑ und Scope‑2‑Emissionen sowie die Scope‑3‑Emissionen bis zum Jahr 2030 jeweils um 46,2 % gegenüber dem Basisjahr 2018/19 zu senken und bis 2045 Netto‑Null‑Emissionen zu erreichen. Unsere Reduktionsziele wurden von der unabhängigen Science Based Targets initiative (SBTi) als 1,5‑Grad‑kompatibel validiert. Aufgrund der Anpassung unserer Ausgangsbasis durch anorganisches Wachstum führen wir im Geschäftsjahr 2025/26 eine Revalidierung unserer mittel- und langfristigen Ziele durch.
Roadmap zu „Netto-Null“-Emissionen
Grundlage für alle Aktivitäten bildet eine umfassende Roadmap, die das Ziel unterstützt, bis 2045 „Netto-Null“-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Sie erfasst den Energieverbrauch sowie die technische Lebensdauer aller Produktionsanlagen systematisch und ermöglicht die Entwicklung standortspezifischer Strategien sowie die fundierte Planung notwendiger Investitionen.
Im Fokus stehen drei zentrale Hebel:
- Elektrifizierung der Produktionsanlagen
Wir elektrifizieren energieintensive Prozesse konsequent und ersetzen schrittweise gasbetriebene Anlagen durch elektrische Technologien. - Stromversorgung aus erneuerbaren Energien
Perspektivisch sollen sämtliche Anlagen ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden – durch eigene Erzeugung und langfristige Lieferverträge. - Deutliche Erhöhung des Rezyklatanteils
Wir erhöhen den Einsatz recycelter Rohstoffe kontinuierlich, mit dem Ziel, die Versorgung langfristig überwiegend über Sekundärmaterialien sicherzustellen.
Emissionen im Berichtsjahr
Im Berichtsjahr sind die gesamten Treibhausgasemissionen auf 1,38 Mio. t CO₂ gestiegen – vor allem aufgrund der Integration neuer Standorte und verbesserter Datentransparenz.
- Scope 1: 112 kt CO₂
- Scope 2 (marktbasiert): 289 kt CO₂
- Scope 3: 979 kt CO₂
Trotz des Anstiegs bleibt der relative CO₂‑Fußabdruck der Produkte auf einem positiven Trend, u. a. durch erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen.
Scope‑1‑ und Scope‑2‑Emissionen im Fokus
Unsere Scope‑1‑ und Scope‑2‑Emissionen stehen im Zentrum unserer Dekarbonisierungsaktivitäten. Im Berichtsjahr ist der Energiebedarf der Gruppe auf 1,56 TWh gestiegen, wobei der Großteil der energiebedingten Emissionen aus dem Bezug elektrischer Energie resultiert. Gleichzeitig konnten wir die indirekten, marktbasierten Scope‑2‑Emissionen um 15,5 % senken – durch eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und die Ausweitung eigener Stromerzeugung.
Wir elektrifizieren kontinuierlich unsere Produktionsprozesse und ersetzen fossile Brennstoffe schrittweise durch elektrische Alternativen. Beispiele sind neue elektrische Öfen in Enzesfeld und Singapur sowie ein umfassendes Modernisierungsprojekt in East Alton (USA), das bestehende Anlagen energieeffizienter macht. Zusätzlich reduzieren wir den Energieverbrauch durch Effizienzmaßnahmen wie Wärmerückgewinnung, Prozessoptimierungen und den Rückbau alter Dampfnetze.
Wielands Ansatz zur Reduktion der Scope‑3‑Emissionen
Da 57 % unserer Scope‑3‑Emissionen aus dem Einsatz metallischer Vormaterialien stammen, liegt hier ein zentraler Hebel unserer Dekarbonisierungsstrategie. Unser Ansatz beruht auf zwei Säulen:
- Erweiterung unserer Recyclingaktivitäten
Durch eigene Recyclingcenter – darunter das neue Werk in Shelbyville (USA) mit Vormaterialien, deren CO₂‑Fußabdruck > 75 % unter dem globalen Durchschnitt für Primärkupfer liegt – reduzieren wir den Einsatz emissionsintensiver Primärmetalle. Ein weiteres Recyclingcenter entsteht in Vöhringen (Deutschland) und geht ab 2026 vollständig in Betrieb. - Transparenz und Zusammenarbeit mit Lieferanten
Wir fordern strategische Lieferanten auf, Product‑Carbon‑Footprint‑ und Rezyklatdaten offenzulegen, um Emissionsquellen präziser zu erfassen und gezielte Reduktionsmaßnahmen abzuleiten. Diese Transparenz ermöglicht auch kundenspezifische Lösungen, wie die Anrechnung rückgeführter Schrotte in der PCF‑Bilanz.
Damit stärken wir geschlossene Materialkreisläufe, reduzieren den CO₂‑Fußabdruck unserer Produkte und fördern eine nachhaltige Wertschöpfung entlang der Lieferkette.
Durchschnittlicher CO₂‑Fußabdruck der Produkte
Der unternehmensweite Product Carbon Footprint (PCF) ist ein zentraler Indikator für die Umweltauswirkungen unserer Produkte. Im Berichtsjahr sank der durchschnittliche PCF von 2,1 auf 2,0 t CO₂ pro Tonne Produkt – trotz stärkerer Datenauflösung und trotz des Zuwachses neuer Standorte.
Unsere PCF‑Berechnung folgt einem hybriden Ansatz aus Top‑down‑ und Bottom‑up‑Methodik gemäß ISO‑Standards. 2024/25 standen bereits für rund 23.000 Produkte artikelspezifische PCF‑Werte zur Verfügung. Damit schaffen wir maximale Transparenz, verbessern unsere Datenbasis für die Identifikation von Einsparpotenzialen und unterstützen unsere Kunden auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung.
Dekarbonisierung durch energieeffiziente Wärmelösungen
Unsere Business Unit Thermal Solutions leistet einen direkten Beitrag zur Dekarbonisierung energieintensiver Branchen. Durch hocheffiziente Wärmetauscher, industrielle Wärmepumpen und Kühlsysteme ermöglichen wir die Elektrifizierung und Effizienzsteigerung thermischer Prozesse und damit die Ablösung fossiler Heiztechnologien.
Mit der Übernahme von Onda S.p.A. im Jahr 2024 haben wir unser Portfolio erweitert: Es umfasst nun Komponenten für Wärmepumpensysteme von 1 kW bis 60 MW, die in Bereichen wie industrieller Prozesswärme, Rechenzentren, Fernwärme oder HVAC-Systemen eingesetzt werden können. Die Lösungen ermöglichen Abwärmenutzung, senken den Primärenergiebedarf und reduzieren damit signifikant die CO₂‑Emissionen entlang der jeweiligen Anwendungen.





